01.09.2021 – 10:10
Pforzheim (ots)
Senioren im Fokus von Betrügern:
Immer wieder werden insbesondere Senioren Opfer von Betrügern. Viele Kriminelle melden sich per Telefon und nutzen die Gutgläubigkeit ihrer Opfer aus, um an deren Geld zu kommen.
Über die Masche „Falscher Polizeibeamter“ haben wir bereits mehrfach informiert. Auch wenn Täter diese Vorgehensweise weiterhin einsetzen, wollen wir heute über weitere, von Betrügern genutzte, Vorgehensweisen informieren.
Falscher Microsoft-Mitarbeiter:
Einfacher technischer Support per Telefon, wer wünscht sich das bei Stress mit dem eigenen PC und Laptop nicht auch? Doch wenn das Telefon klingelt und jemand ungefragt einen technischen Support anbietet, sollte mann einfach auflegen. Auch wenn die Person vorgibt, eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter von Microsoft zu sein – es sind leider Betrüger.
Die angeblichen Microsoft-Mitarbeiter behaupten, dass der Rechner oder Laptop der angerufenen Person Fehler aufweist, von Viren befallen oder gehackt worden ist oder ein neues Sicherheitszertifikat benötigt und bieten hierfür Hilfe an. Dazu sollen ihre Opfer auf ihren Geräten eine Fernwartungssoftware installieren, mit der die angeblichen Probleme gelöst werden können. Hier heißt es sofort auflegen! Durch die Installation eines solchen Programms haben die Betrüger Zugriff auf die Rechner ihrer Opfer und können sensible Daten (z.B. Passwörter für das Online-Banking) ausspähen. Darüber hinaus verlangen sie für ihre vermeintliche Service-Leistung eine Gebühr. Manchmal fordern sie für das Erneuern einer angeblich abgelaufenen Lizenz ebenfalls Geld oder sie überreden ihre Opfer dazu, einen kostenpflichtigen Wartungsvertrag einzugehen.
Tipps der Polizei:
- Seriöse Unternehmen wie Microsoft nehmen nicht unaufgefordert
Kontakt zu ihren Kunden auf. Sollte sich ein Servicemitarbeiter
bei Ihnen melden, ohne dass Sie darum gebeten haben: Legen Sie
einfach den Hörer auf.
- Geben Sie auf keinen Fall private Daten z.B. Bankkonto- oder
Kreditkartendaten, oder Zugangsdaten zu Kundenkonten (z.B.
PayPal) heraus.
- Gewähren Sie einem unbekannten Anrufer niemals Zugriff auf Ihren
Rechner beispielsweise mit der Installation einer
Fernwartungssoftware.
Wenn Sie Opfer wurden:
- Trennen Sie Ihren Rechner vom Internet und fahren Sie ihn
herunter.
- Ändern Sie über einen nicht infizierten Rechner unverzüglich
betroffene Passwörter.
- Lassen Sie Ihren Rechner überprüfen und das Fernwartungsprogramm
auf Ihrem Rechner löschen.
- Nehmen Sie Kontakt zu den Zahlungsdiensten und Unternehmen auf,
deren Zugangsdaten in den Besitz der Täter gelangt sind.
- Lassen Sie sich von Ihrem Geldinstitut beraten, ob Sie bereits
getätigte Zahlungen zurückholen können.
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
Enkeltrick / „Schockanrufe“:
Mit den Worten „Rate mal, wer hier spricht“ oder ähnlichen Formulierungen rufen Betrüger bei meist älteren und alleine lebenden Personen an, geben sich als Verwandte, Enkelkind oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Hierfür wird ein finanzieller Engpass (z.B. ein Auto- oder Computerkauf) oder eine Notlage (z.B. ein Unfall) vorgetäuscht. Die Lage wird immer als äußerst dringlich dargestellt. Oft werden die Betroffenen durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt und wegen vermeintlicher Scham zur Verschwiegenheit verpflichtet. Haben die Betroffenen die geforderte Summe nicht parat, werden sie gebeten, unverzüglich zur Bank zu gehen um dort den Betrag abzuheben. Nicht selten ruft die Täterin oder der Täter hierfür sogar ein Taxi, wenn die Betroffenen den Weg nicht mehr zu Fuß bewältigen können. Als Geldabholer wird in der Folge eine dem Opfer unbekannte Person angekündigt.
Tipps der Polizei:
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Legen Sie den Hörer
auf, wenn Ihnen etwas merkwürdig erscheint.
- Sprechen Sie am Telefon nicht über Ihre persönlichen und
finanziellen Verhältnisse.
- Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an Ihnen
unbekannte Personen.
- Wenn Sie unsicher sind: Rufen Sie die Polizei unter der 110 an.
Weitere Informationen rund um das Thema Betrug finden Sie auch unter
https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/
Seien Sie Betrügern immer eine Nasenlänge voraus!
Frank Weber, Pressestelle
Rückfragen bitte an:
Polizeipräsidium Pforzheim
Telefon: 07231 186-1111
E-Mail: pforzheim.pp.sts.oe@polizei.bwl.de
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