15.04.2021 – 13:37
Polizeipräsidium Pforzheim
Pforzheim (ots)
Eine besonders niederträchtige Variante der Betrugsmasche „falscher Polizeibeamter“ hat eine Pforzheimerin um tausende von Euro gebracht.
Wie der Polizei am Mittwoch bekannt wurde, hatte sich bei der Geschädigten am Montagmittag ein angeblicher Beamter der Polizei Stuttgart telefonisch gemeldet. Der Anrufer behauptete, dass schwerbewaffnete Einbrecher auf dem Grundstück der Frau seien und dass sie in einer Stunde tot sei, falls sie nicht den Anweisungen des Anrufers folgen werde. Im weiteren Verlauf des Telefonats setzte der Täter die Geschädigte derart unter Druck, dass sie Informationen über ihre Vermögensverhältnisse preisgab. Schlussendlich schaffte es der angebliche Polizeibeamte, die Frau dazu zu bringen, aus ihrem Schließfach bei der Bank Goldbarren im Wert von mehreren Tausend Euro zu holen. Die Geschädigte wurde offenbar derart unter Druck gesetzt, dass sie auch den Widerspruch zwischen der Aufforderung, die Wohnung mit dem Ziel Bank zu verlassen und den angeblich auf dem Grundstück des Mehrfamilienhauses befindlichen Einbrechern nicht hinterfragte.
Um sich als echte Polizei zu legitimieren, bot der Anrufer der Frau sogar an, das Gespräch vorübergehend zu beenden, damit sie sich über den Polizeinotruf „110“ von der Echtheit des Anrufes überzeugen könne. Letztlich täuschte der Anrufer jedoch nur vor, dass er den Hörer auflegt. Tatsächlich tat er dies nicht und als die Geschädigte dann auf ihrem Telefon die „110“ eintippte und nach einem Signalton sich dann wieder derselbe Mann meldete, schien der angebliche Beweis für die Echtheit des Anrufes erbracht. Die Täter räumten der Geschädigten für die Abholung der Goldbarren bei der Bank nur eine kurze zeitliche Frist ein. Für den Fall, dass sie die Frist nicht einhalten sollte, drohte ihr der falsche Polizist sogar mit dem Tod eines nahen Familienangehörigen. Unter dem Eindruck dieser Drohungen übergab die Frau die Goldbarren schließlich daheim an der Wohnungstüre einem weiteren angeblichen Polizeibeamten. Für die Abholung hatte der Anrufer der Geschädigten zuvor ein Codewort mitgeteilt, welches der Komplize dann nannte und sich nach der Übergabe des Goldes wortlos aus dem Staub machte.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen.
Im Verlauf des Mittwochs kam es im Stadtgebiet Pforzheim zu weiteren Fällen von Anrufen falscher Polizeibeamter. Hierbei operierten die Täter jedoch mit der bisher üblichen Masche, indem sie den Angerufenen von angeblichen „Serieneinbrechern“ erzählten, die festgenommen worden seien und bei denen man einen Zettel mit den Namen der Angerufenen aufgefunden hätte. Nach jetzigem Stand fiel in diesen Fällen jedoch keiner der Angerufenen auf diese Masche herein.
Folgende Präventionshinweise finden Sie unter www.polizei-beratung.de:
- Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung.
- Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel
Polizisten, den Dienstausweis.
- Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der
die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer
der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die
Telefonauskunft geben. Wichtig: Lassen Sie den Besucher
währenddessen vor der abgesperrten Tür warten.
- Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten.
- Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen
Verhältnissen preis.
- Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie
einfach auf.
- Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
Frank Weber, Pressestelle
Rückfragen bitte an:
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Telefon: 07231 186-1111
E-Mail: pforzheim.pp.sts.oe@polizei.bwl.de
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